Mein Geburtsbericht

Heute schaffe ich es endlich meinen Geburtsbericht niederzuschreiben. Die Geburt von EoB war kurz, sicherlich schmerzvoll, aber zu verkraften und ganz anders, als erwartet.

Alles begann am 9. Juni um Mitternacht mit einem Blasensprung und einer natürlichen Darmentleerung (zum Glück blieb mir so der Einlauf erspart!). Der Blasensprung fiel eher harmlos und unspektakulär aus. Da sich die kleine EoB bereits ins Becken gesenkt hatte, verlor ich nur eine ganz kleine Menge Fruchtwasser. Allerdings war es schon ziemlich eindeutig und eine Verwechslung mit Urin konnte ich ausschließen.

Ich blieb ziemlich gefasst und ließ Mr. C erst mal weiterschlafen. Nachdem ich mich eine Stunde mit Wäsche abhängen, Geschirrspüler einräumen, Kliniktasche fertig packen, … beschäftigt hatte, wurde ich doch ein wenig nervös, vor allem, da meine Hebamme bei unserem letzten Gespräch meinte, dass ich bei einem Blasensprung gleich in die Klinik fahren soll. Da ich aber immer noch keine richtigen Wehen verspürte und kein Fruchtwasser mehr verlor, zögerte ich die Abfahrt ein wenig hinaus. Ich wollte schließlich nicht Stunden in der Klinik verbringen/warten/oder was auch immer… Naja, das kam dann am Ende ganz anders…

Um kurz  nach 1 Uhr morgens weckte ich dann schließlich Mr. C, der noch etwas schlaftrunken war und gar nicht glauben konnte, dass es nun endlich los geht!

Jetzt rief ich auch meine Hebamme an, dass wir uns auf den Weg in die Klinik machen werden und sie dort treffen würden.
Mit einigen Moltonunterlagen und Handtüchern als Unterlagen für das Auto (man weiß ja nie…) ging es also um 1:25 los in die Klinik. Schön langsam stieg meine Nervosität und auch die Wehen begannen schön langsam stärker und regelmäßiger zu kommen.

In der Klinik kontrollierte die Hebamme zuallererst den Herzschlag der kleinen EoB mittels CTG – alles ok bei ihr! Nun zum Muttermund: Dafür musste ich mich leider hinlegen, was für mich äußerst unangenehm war. Die Wehen im Liegen zu veratmen war für mich schwierig und schön langsam wurde mir auch noch seeehr übel. Wie ich vemutet hatte, war der Muttermund erst 1 cm offen, also so gut wie gar nicht, aber ich hatte ja auch noch keine wirklich ernst zu nehmenden Wehen.

Also mal ab aufs Zimmer, Tasche auspacken und ein wenig Relaxen (…). In einer Stunde sollten wir uns wieder mit der Hebamme im Kreissaal treffen.

Diese Stunde war schon etwas anstrengender, allerdings wusste ich ja zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was noch auf mit zukommt… Ich musste mich in dieser Stunde mehrmals übergeben, immer während einer Wehe. Die Wehen kamen schon etwas intensiver und in einem Abstand von ca. 5 Minuten. Dazwischen schaffte ich es teilweise, mich kurz hinzulegen, meist bis ich den Beginn der Wehe spürte und mich die Übelkeit einholte. Die Stunde verging zum Glück rasch, also wieder ab in den Kreissaal.

Zu meiner Überraschung kontrollierte die Hebamme nur den Herzschlag des Babys mittels CTG und nicht meinen Muttermund. Sie meinte, dass sich in einer Stunde vermutlich nicht viel getan hat und es daher eher frustrierend wäre, wenn sie nachschauen würde. Aber sie meinte, das CTG vermerkt Wehen (ach wirklich?!), also abwarten und nochmals 1,5 Stunden zurück ins Zimmer.

Nun wurde es spannend: In diesen 1,5 Stunden von ca. 4:00 bis 5:30 kamen die Wehenspitzen im 4-Minuten-Takt, dazwischen war jedoch keine wirklich Entspannung möglich. Daher verbrachte ich diesen Zeitraum über das Babybettchen im Zimmer gebeugt, Becken kreisend und Wehen veratmend. Zum Glück hatte ich mich meines Mageninhaltes schon davor zur Gänze entledigt. Immer wieder dachte ich mir, „wenn diese 1,5 Stunden vorbei sind, will ich SOFORT eine PDA, es wird ja schließlich noch ein paar Stunden dauern!“, „der Muttermund wird maximal ein paar cm offen sein – hoffentlich sind es mindestens 5!“, „wie lange wird das noch dauern?!“, „Wieso habe ich mich nicht für einen Kaiserschnitt entschieden?!“ usw. … Ich war also schon ein wenig verzweifelt und hatte Angst vor der stärker werdenden Intensität der Schmerzen (wie stark können die noch werden?!)

Um halb 6 ging es also ENDLICH wieder zurück in den Kreissaal. Gespannt wartete ich das CTG ab (Herzschlag von EoB ok!) und musste mich wieder hinlegen, damit die Hebamme den Muttermund kontrollieren konnte. Ich sendete ein ein paar Stoßgebete los („Bitte, lasst es zumindest 5 cm sein!!“) und dann kam die große Erleichterung: Die Hebamme sagte „Der Muttermund ins verstrichen, wenn du möchtest, kannst du schon pressen!“ Mir ist mal ein riiiiesen Stein vom Herzen gefallen! Keine PDA nötig! Daher die durchgehenden Schmerzen! Endspurt! Auf meine Nachfrage, wie lange es denn noch dauern wird, meinte die Hebamme etwa eine Stunde – das schaffe ich ohne Probleme – dachte ich…

Nun gingen also die Presswehen los! Leider ging es mir damit nicht so gut. Ich hatte Probleme zu pressen und auch die Wehen wurden schwächer. Daher spritzte mir die Hebamme ein Wehenmittel, was bei mir gefühlt gar nichts bewirkte Nach einer Stunde intensiver Presswehen (ich habe noch nie so geschwitzt in meine Leben!! Weder in der Sauna noch beim Laufen im Hochsommer – ehrlich!) und ein wenig Frustration meinerseits, da ich das Gefühl hatte, nicht richtig pressen zu können bzw. etwas falsch zu machen, versuchte mich die Hebamme nochmals ordentlich zu motiveren: Das Köpfchen wäre schon zu sehen und es sind nur noch ein paar Presswehen nötig, dann wäre das Baby da! Das Köpfchen hätte auch ein paar dunkle Haare!

Ach wie gerne hätte ich das kleine Köpfchen von EoB gefühlt, aber ich war leider viel zu sehr mit mir selbst beschäftigt, um nach unten zu Tasten. Nochmals pressen, und nochmals… Leider tat sich nicht viel, daher beschlossen meine Hebamme und mein Frauenarzt um 6:45 einen Dammschnitt durchzuführen. Ich hätte nie gedacht, dass ich das sage: Der Dammschnitt war die große Erleichterung!! Während einer Wehe durchgeführt, kam EoBs kleines Köpfchen am 9. Juni um 6.47 dadurch zum Vorschein und ihr restlicher Körper gleich hinterher.

EoB bei der Geburt

Das wundervollste, was man sich vorstellen kann, ist, wenn einem das frisch geschlüpfte Baby auf den nackten Oberkörper gelegt wird! Die kleine EoB hat sich an mich geschmiegt, ein wenig „geschnurrt“ und mich und Mr. C mit großen Augen betrachtet – sooo wunderschön!! Liebe auf den ersten Blick!

Und ja, es ist es wirklich wert! All die Schmerzen waren vergessen, sobald ich mein Baby gesehen habe! Sie ist sooo wunderschön und das Wertvollste auf der Welt für mich und Mr. C! Schön, dass du da bist, kleine EoB!

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5 Gedanken zu “Mein Geburtsbericht

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